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Petrochemikalien

Die organische Chemie (Organik) umfasst praktisch alle kohlenstoffhaltigen Verbindungen, während die anorganische Chemie (Anorganik) sich auf die anderen Elemente des Periodensystems und deren Verbindungen bezieht. Die Petrochemie ist ein wichtiger Teilbereich der organischen Chemie.

Fast alle chemischen Prozesse basieren heute auf petrochemischen Grundstoffen. Die Petrochemie hat im 20. Jahrhundert ein stürmisches Wachstum erlebt und die bis circa 1950 vorherrschende Kohlechemie weitgehend verdrängt. Die Geschichte der petrochemischen Industrie ist eine Abfolge von technischen Errungenschaften und Innovationen. Mit der wachsenden Nachfrage nach synthetischen Materialien als Ersatz für teure, natürliche Produkte begann Mitte des 20. Jahrhunderts die Blütezeit der petrochemischen Industrie.

Petrochemikalien sind chemische Produkte, die aus Rohöl oder Erdgas hergestellt werden. Sie werden in der Raffinerie bei der Destillation und beim Cracking von Rohöl und Erdgas extrahiert. Zu den primären Petrochemikalien, die dabei entstehen, gehören Benzol, Ethylen, Propylen und Toluol. Naphtha (Rohbenzin) ist der wichtigste Rohstoff für die petrochemische Industrie. Rund 5% des jährlichen Öl- und Gasverbrauchs entfallen auf die Produktion von petrochemischen Erzeugnissen. In den USA, dem größten Markt für Petrochemikalien weltweit, liegt der Pro-Kopf-Verbrauch bei 58kg pro Jahr.

Petrochemikalien lassen sich grob in Olefine (Verbindungen mit einer Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung) und Aromaten (aromatische Kohlenwasserstoffe) einteilen. Aus den Olefinen, wie Ethylen und Propylen, werden die Kunststoffe PE und PP sowie der Kautschukrohstoff Butadien gewonnen. Olefine werden z.B. auch für die Produktion von Reinigungsmitteln, Nahrungsmittelverpackungen, Arzneimitteln, Küchengeräten, Treibstoff oder Kaugummi genutzt. 

Zu den Aromaten gehören Benzol, Toluol und Xylen, aus denen unter anderem Polystyrol, Kunstharze und Polyester gewonnen werden und die auch für die Produktion von u.a. Elektronik, Beschichtungen, Sportutensilien und Textilien verwendet werden. Im Alltag nutzen wir ganz selbstverständlich zahllose Produkte, die aus Mineralöl hergestellt werden – auch Seifen, Kunststoffe, Lacke, Fahrzeuge, Brillengestelle, Wegwerfwindeln etc. sind weitere Beispiele.

Je nach den Eigenschaften von Stoffen bzw. Chemikalien müssen diese entsprechend eingestuft, gekennzeichnet und verpackt werden. Ebenso ist deren chemische Kompatibilität – also die Reaktion unterschiedlicher Chemikalien miteinander – bei deren Lagerung zu beachten; vergleiche detaillierte Ausführungen unter dem Begriff "Chemikalien".

Aufgrund der weltweit großen Nachfrage nach Chemikalien-Produkten spielen damit auch die Lagerung und der Umschlag organischer Chemikalien wie Petrochemikalien in Tanklägern eine große Rolle in der Wertschöpfungs- und Verarbeitungskette. Da Chemikalien in einer unglaublichen Vielfalt vorkommen, ist eine detaillierte Beurteilung erforderlich, um sicherzustellen, dass alle Aspekte berücksichtigt werden und das Produkt sicher und effizient gelagert und umgeschlagen werden kann. Zum Beispiel erfordern die zu den Petrochemikalien gehörenden Isocyanide besondere Vorsicht, da sie sehr reaktive Gefahrstoffe sind. Auch Phenol oder Ammoniak sind Beispiele für Produkte, die aufgrund gefährlicher Eigenschaften besondere Sorgfalt beim Umschlag und Lagern verlangen. Strenge Sicherheitsvorkehrungen sind generell bei allen Chemikalien zu treffen, die unter Druck gelagert werden oder eine Beheizung benötigen.

Stand: Dezember 2015
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