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Gent, Belgien
29.10.2020

Multimillionen-Euro-Projekt in North Sea Port wandelt CO2 in grünen Rohstoff um

Weltweit größter Wasserstoff-Methanol-Komplex wird industrielle CO2-Emissionen reduzieren.

Zehn Partner aus dem privaten und öffentlichen Sektor feierten am 21. Oktober 2020, den Start des North-C-Methanol-Projekts. Gemeinsam werden sie die CO2-Emissionen jährlich um 140.000 Tonnen reduzieren und 44.000 Tonnen "grünes" Methanol erzeugen, das als Rohstoff in der chemischen Industrie, im Bereich erneuerbare Energien sowie als Treibstoff für den Schiffs- und Schienenverkehr verwendet werden kann. Die CO2-Reduktion entspricht in etwa der Menge, die 6 Millionen Bäumen pro Jahr aufnehmen. Das Projekt im Weltklasseformat wird sich voraussichtlich zum weltweit größten erneuerbare Wasserstoff-Methanol-Komplex entwickeln. Angesiedelt ist es im belgischen Teil des North Sea Port, eines Hafenverbunds, dem die niederländischen Häfen Vlissingen, Borssele und Terneuzen sowie der belgische Hafen Gent angehören. 

Demo-Anlage mit umweltfreundlichem Produktionsprozess
North-C-Methanol ist die erste großtechnische Demonstrationsanlage, die Teil des North-CCU-Hub-Programms ist, und umfasst derzeit ein Investitionsvolumen von 140 Millionen Euro. Das North-CCU-Hub-Programm verfolgt das langfristige Ziel, eine jährliche Gesamtreduzierung der CO2-Emissionen im North Sea Port um 1 Million Tonnen zu erreichen. Heute unterzeichneten die zehn Partner aus dem privaten und öffentlichen Sektor die formelle Kooperationsvereinbarung für das Nord-C-Methanol-Projekt. Dies zeigt die Notwendigkeit einer nachhaltigen Perspektive für die Zukunft. Die privaten Partner werden zusammen mit der PMV einen großen Teil der Investitionen beisteuern, zudem wird auch eine flämische und europäische Unterstützung geprüft.

Größte Anlagen ihrer Art
North-C-Methanol umfasst den Bau von zwei großen Demonstrationsanlagen sowie der erforderlichen Infrastruktur auf der Halbinsel Rodenhuize im North Sea Port. Die erste Anlage, ein 65-MW-Elektrolyseur, wird auf dem ENGIE-Gelände errichtet. Diese Wasserstoffanlage wird Wasser mittels Windkraft in grünen Wasserstoff und Sauerstoff umwandeln. Cedric Osterrieth, Direktor für thermische Aktivitäten in Europa bei ENGIE, hält dies für eine logische Wahl. "Wir haben bereits eine direkte Hochspannungsnetzverbindung mit erneuerbarer Energie, die durch die Nordseewinde erzeugt wird. Diese Energie können wir zur Herstellung von Wasserstoff nutzen, der wiederum als erneuerbarer Rohstoff dienen kann."

Die zweite Anlage, eine Methanolanlage von Proman auf der Halbinsel Rodenhuize, wird diesen grünen Wasserstoff nutzen, um die gesammelten CO2-Emissionen großer lokaler Industrieunternehmen wie ArcelorMittal, Alco Bio Fuel und Yara in grünes Methanol, auch bekannt als erneuerbares Methanol, umzuwandeln. Die lokalen Chemie- und erneuerbaren Brennstoffindustrien, wie Cargill, können das Methanol ihrerseits als "grünen" Rohstoff und/oder als grünen Brennstoff für den Schiffs- und Schienenverkehr verwenden. David Cassidy, CEO von Proman, sagt: "Wir freuen uns darauf, das Potenzial von Methanol als sauberen Kraftstoff für die Zukunft weiter zu entwickeln. Grünes Methanol bietet eine bedeutende Chance, die Lücke von fossiler zu erneuerbarer Energie zu schließen."

Wegweisende Symbiose – unter Beteiligung von Oiltanking und anderen Unternehmen
Das North-C-Methanol-Projekt ist ein wegweisendes Beispiel für eine nachhaltige industrielle Symbiose: Rohstoffe werden vor Ort gewonnen, Endprodukte und Sekundärströme werden lokal genutzt. Im North Sea Port wird eine neue, zirkuläre Wirtschaft geschaffen: Abfallstoffe eines Unternehmens werden von einem anderen Unternehmen als Rohstoff genutzt. Alle Nebenprodukte des Methanol-Produktionsprozesses, wie Sauerstoff, Wärme und Wasser, werden ebenfalls lokal recycelt. Dies wird eine einzigartige und weitreichende industrielle und zirkuläre Integration gewährleisten. Natürlich geht dies voll und ganz mit dem Bau von viel unterstützender Infrastruktur einher, wie z.B. neuen Pipelines und Tankraum, um Rohstoffe, Neben- und Endprodukte an den jeweils richtigen Ort zu transportieren. Dafür sollen später Fluxys und Oiltanking verantwortlich sein, wobei Mitsubishi Power die Integration und Koordination des gesamten Bauprozesses beaufsichtigt.

"Dieses Projekt zeigt, wie Flandern führend in der nachhaltigen Innovation werden kann. Mit unseren Häfen und ihrer Industrie sind wir ideal positioniert, um in eine zirkuläre und nachhaltige Industrie zu investieren. Sie sorgt für nachhaltiges Wachstum und neue Arbeitsplätze. Mit dieser Art von Projekt machen wir einen Sprung nach vorn und entwickeln Flandern zu einer starken, ausbaufähigen Region. Darüber hinaus ist es auch ein Schritt, um weniger abhängig von fossilen Rohstoffen aus dem Ausland zu werden", erklärt Hilde Crevits, die stellvertretende Ministerpräsidentin von Flandern. 

Lokale, umweltfreundliche Wirtschaft
Der Genter Teil des North Sea Port ist der ideale Standort. Es gibt eine große Menge an industriellen CO2-Emissionen, eine Hochspannungsverbindung und viele potenzielle Käufer von grünem Methanol. "Diese Zusammenarbeit bedeutet, dass wir die Kreislaufwirtschaft, die im Hafen bereits besteht, weiter festigen", erklärt CEO Daan Schalck vom North Sea Port. "Der Hafen verfügt außerdem über umfangreiche Logistikaktivitäten, eine große Lagerkapazität und gut Anbindungen an See-/Binnenschifffahrt, Schiene und Straße.“ Darüber hinaus gibt es innerhalb des Nord-CCU-Hubs bedeutende Fachkenntnisse auf dem Gebiet der chemischen (Bio-)Technologie. Die Stadt Gent und die Provinz Ostflandern werden bei der Durchführung des Projekts behilflich sein. PMV unterstützt zudem im finanziellen Bereich.

Auswirkungen im globalen Maßstab
Neben der weit fortgeschrittenen Integration der verschiedenen Prozesse und verschiedenen Industriepartnern ist das Nord-C-Methanol-Projekt auch aufgrund seines Umfangs und seines mittel- und langfristigen Innovationsprogramms einzigartig. Es wird erwartet, dass die Elektrolysekapazität sechsmal grösser sein wird als das größte derzeit weltweit verwendete System.

North-CCU-Hub erwartet eine allmähliche Erhöhung der North-C-Methanol-Kapazität von 65 MW im Jahr 2024 auf 600 MW im Jahr 2030 als Teil eines sich entwickelnden Programms, in dessen Rahmen neue Technologien, Märkte und Produkte wie Ammoniak, Ameisensäure, Fettsäuren, Ester und Proteine schrittweise entwickelt und integriert werden sollen. Die Expertenpartner UGent, Bio Base Europe Pilot Plant, CAPTURE und die flämischen Spitzencluster Catalisti und Flux50 gestalten diese Innovationswege.

Mehr über North-CCU-Hub
Im Mai 2016 unterzeichneten die Stadt Gent, die Universität Gent, der North Sea Port, die Provincie & POM Oost-Vlaanderen ("Provincie & Provincial Developmental Society for East Flanders") & CleanTech Flanders die Verpflichtungserklärung des CleanTech-Clusters Region Gent. Bis 2030 streben sie die Entwicklung innovativer Lösungen für Herausforderungen in den Bereichen Energie, Werkstoffen und Wasser an. Eine Mission, die sich in den "European Green Deal" einfügt, den Plan der Europäischen Kommission, die EU bis 2050 kohlenstoffneutral zu machen.

Zu diesem Zweck wurden verschiedene Partner durch die Aktionen der Stadt Gent, UGent und CAPTURE im Rahmen des Konsortiums North-CCU-Hub zusammengeführt. North-CCU-Hub verfolgt das Ziel, neue Wertschöpfungsketten mit COals Rohstoff innerhalb einer biobasierten Wirtschaft zu schaffen. North-C-Methanol ist die erste großtechnische Demo-Anlage, die Teil des North-CCU-Hub-Programms ist.

Das North-CCU-Hub wurde 2018 ins Leben gerufen und 2019 nach einer ersten Machbarkeitsstudie formalisiert, als 20 Partner aus dem privaten und öffentlichen Sektor zusammenkamen und eine Absichtserklärung über das gemeinsame Ziel der Klimaneutralität und der Kohlenstoffabscheidung und -verwendung (CCU) abgaben. Die Partnerschaft umfasst Akteure aus verschiedenen Sektoren: Stahl (ArcelorMittal), Energie (ENGIE, Terranova Solar), neue Rohstoffe (Renewi), Chemikalien (Cargill, Eastman, Oleon, AlcoBioFuel), Logistik (Fluxys, Oiltanking) und Transport (Anglo Belgian Corporation). Lokale und regionale Behörden (Stadt Gent, Provinz Oost-Vlaanderen, POM Oost-Vlaanderen) und die Hafenbehörde Nordseehafen unterstützen all dies zusammen mit kompetenten Innovationspartnern (UGent, Bio Base Europe Pilot Plant, CAPTURE, Catalisti und Flux50) und dem Investitionspartner PMV.

Video-Material
Weitere Informationen finden Sie auf der Website des North-CCU-Hub.

Pressekontakt

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Simon De Corte
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Johan Bresseleers
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