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Raffinationsverfahren

Öle, Mineralölprodukte, Chemikalien, Biokraftstoffe und Gase sind Produkte, die täglich weltweit gelagert und umgeschlagen werden. Viele dieser Produkte werden durch Raffinerieverfahren hergestellt. Die Raffination von Erdöl ist ein aufwendiger Prozess, bei welchem das Rohöl - auch unverarbeitetes Öl oder Erdöl genannt - in die verschiedenen Kohlenwasserstoff-Fraktionen* aufgetrennt wird. Die wichtigsten fünf Raffinationsverfahren sind:

  • Trennen (durch Destillation oder Absorption)
  • Cracken (Aufspaltung großer Kohlenwasserstoffketten in kleinere)
  • Umbilden (Veränderung der Molekülstruktur)
  • Verbinden (Verbindung kleinerer Kohlenwasserstoffketten, so dass daraus größere entstehen)
  • Weiterverarbeiten (chemisches Entfernen von Verunreinigungen)

Die Kohlenwasserstoffe (Verbindungen) unterscheiden sich in ihren Kettenlängen, die jeweils verschiedene Siedepunkte haben: Je länger die Ketten, desto höher der Siedepunkt. In den Raffinerien werden bestimmte Verbindungen in unterschiedliche Gruppen mit der Bezeichnung Fraktionen getrennt. Das älteste und am weitesten verbreitete Trennverfahren ist die Destillation: Hier wird das Rohöl (in der Fraktionierkolonne) zunächst erhitzt bzw. zum Sieden gebracht. Der Dampf, der durch die Kolonnenböden nach oben strömt, kühlt sich dabei ab und sorgt für die Kondensation der Kohlenwasserstoffverbindungen. Dadurch bildet sich auf jedem Boden eine Flüssigkeitsschicht, die in Kontakt mit aufwärtsströmendem Dampf und herablaufendem Kondensat steht, was auf den einzelnen Böden zur weiteren Anreicherung bestimmter Komponenten mit ähnlichem Siedepunkt führt. Anschließend werden die Destillate von den betreffenden Böden direkt in die entsprechenden Lagertanks abgeleitet. 

Es sind aber nur sehr wenige der aus der Fraktionierkolonne entnommenen Produkte bereits für den Markt geeignet. Die meisten von ihnen werden daher durch chemische Verfahren (wie beispielsweise durch Umbildungen oder neue Verbindungen) in weitere Fraktionen überführt. Die Destillate und chemischen Fraktionen werden weiteren Nachbehandlungen unterzogen, um Verunreinigungen wie beispielsweise organische Verbindungen, die Schwefel, Stickstoff, Sauerstoff, Wasser, gelöste Metalle oder anorganische Salze enthalten, zu entfernen. Anschließend werden die Fraktionen für die Herstellung der verschiedenen Produkte abgekühlt und gemischt, um schließlich per Schiff, Pipeline, Kesselwagen oder TKW u.a. zu den Tanklägern gebracht zu werden.

*Kohlenwasserstoffe sind fossile Energieträger. Alle Verbindungen dieser Stoffgruppe sind lediglich aus den Elementen Wasserstoff und Kohlenstoff - jedoch in unterschiedlichen Längen und Strukturen - aufgebaut.

Das Raffinationsverfahren
Vom Rohöl zum Endprodukt durch Temperaturunterschiede in der Fraktionierkolonne (die untersten Böden sind die heißesten, nach oben hin werden sie immer kühler)

Das Raffinationsverfahren

Stand: Dezember 2016
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